Spiegelbild

Künstler und Werk

Katrin Bielmeier über Franz Robert Czieslik

Die Begegnung mit Werken Ernst Barlachs weckte in Franz Robert Czieslik den Drang, der ihn seit nunmehr fünfunddreißig Jahren vereinnahmt,
sich bildhauerisch zu verwirklichen. Erste naturalistische Arbeiten, die noch in seiner Heimatstadt Wismar entstanden, mündeten zunehmend in Werken,
die das Figürliche abstrahieren. Anfängliche Anleitungen von Walter Strübing führten Franz Robert Czieslik seit 1986 zu seiner eigenen Formensprache,
die auch Ausflüge in Entwicklung und Bau von Möbeln gestattete.
Seit 1998 löst sich der Künstler weitestgehend von der Kleinplastik und entwickelt Skulpturen, die Raum beanspruchen.
Die Kettensäge dominiert dabei über Holzhammer und Bildhauerbeitel, die jedoch zur Nachbearbeitung unersetzlich bleiben.
Bevorzugte Baumarten des Bildhauers sind Robinie und Eiche. Die Robinie sei einzigartig, da sie so viele Unterschiede im Wachstum anbietet, sagt der Künstler.

Seit 15 Jahren benennt er seine Werke liebevoll „Baumturen“; Fusionen von gewachsenem Material und Skulptur.
Die Empfindungen, die der einzelne beim Betrachten seiner Arbeiten entwickelt, liegen ihm am Herzen er  selber meint dazu:
„Mir persönlich ist es sehr wichtig, daß die Menschen Kontakt zu meinen Arbeiten bekommen, sie selber erfahren, erfühlen und ‘begreifen‘.“
In seiner Zeit als Assistent und Meisterschüler von Prof. Rupprecht Geiger in München (2000-2005), begann er sich verstärkt sich mit der konkreten Kunst auseinander zu setzen – Farbe und Formen beginnen zunehmend von Bedeutung für seine künstlerische Arbeit. Andere Materialien und Ausdrucksformen scheinen zur Umsetzung neuer Ideen notwendig.

Es entstanden Rauminstallationen und die „Künstlergruppe Farbrausch“ mit Werner Neff, Jens Carstensen und Tom Sauerbier.
Auf dem Weg zu Arbeiten aus Acrylglas und Glas kam er durch den Formenbau in der Bildguss Werkstatt der Gebr. Ihle in Rabenau 2002 zum Arbeiten in Metall. Es entstand der Zyklus „Tanz der Liebenden“ in Kombination von Aluminium und Bronzegüssen.
Neben allen Projekten arbeitete er dennoch stehts mit Holz zu dem er eine magische Verbindung zu haben scheint , seit 2001 hat „Farbe als Element“* auch bei seinen „Baumturen“ immer wieder seinen Platz gefunden. Er setzt so die Auseinandersetzung von „Geist und Materie“ bis heute in der Bildhauerei fort – mit der sich Rupprecht Geiger intensive in der Malerei beschäftigte.

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Holz ist was wächst und in mir ist, was meinen Arbeiten die Ausdruckskraft verleiht, die sie so unverwechselbar machen.